Wild Victory: Peter Sander, Andi Wyss und ein Halbbruder des Winterfavoriten

Nach gut zehn Jahren findet eine erfolgreiche Kombination wieder zusammen: Vollblut-Agent Andi Wyss hat in Baden-Baden für den Schweizer Besitzer Peter Sander einen Röttgener Jährling ersteigert – Wild Victory, Halbbruder des Winterfavoriten Western. Er wird im Rennstall Figge trainiert.

Manche Geschichten im Rennsport enden nie wirklich – sie machen nur Pause. Vor gut zehn Jahren schickte uns der Zürcher Besitzer Peter Sander eine große, schlaksige Stute namens Olorda nach München. Was daraus wurde, wissen viele noch: ein Neun-Längen-Sieg im Preis des Galoppclubs Süddeutschland, der Außenseiter-Triumph im Prix Vanteaux in Paris-Longchamp, Platz drei in der Gruppe 1 des Prix Saint-Alary – und am Ende der Verkauf in die USA an den „Pitbull of Wall Street“ Martin Schwartz, wo Olorda noch ein Gruppe-3-Rennen gewann und später als Zuchtstute Gruppesieger brachte. Der Schweizer Blick nannte sie damals schlicht „Wunderstute“. Die ganze Geschichte haben wir hier aufgeschrieben.

An dieser Geschichte hatte ein Mann entscheidenden Anteil, der selten im Rampenlicht steht: der Vollblut-Agent Andi Wyss (A-Turf). Er hat über Jahre für seine Kunden Pferde ausgesucht, die anschließend bei uns in Riem trainiert wurden – mit einer Trefferquote, die sich sehen lassen kann.

Umso mehr freut es uns, dass diese Kombination nach vielen Jahren wieder zusammenfindet. Bei der BBAG-Oktober-Auktion in Baden-Baden hat Andi Wyss für Peter Sander einen Jährling ersteigert, der künftig im Rennstall Figge trainiert wird: Wild Victory.

Das Pferd

Wild Victory auf seinem Heimatgestüt Röttgen bei Köln. Das Standfoto zeigt den Sohn des Victor Ludorum wenige Wochen vor dem Verkauf in Baden-Baden. Foto: Gestüt Röttgen / BBAG

Wild Victory, Lot 82 der Oktober-Auktion, ist ein dunkelbrauner Hengst, geboren am 4. März 2025, gezogen vom Gestüt Röttgen. Sein Vater ist Victor Ludorum, der Shamardal-Sohn aus dem Godolphin-Stall, der 2020 die Poule d’Essai des Poulains – die französischen 2000 Guineas – gewann und in Frankreich deckt. Dass Peter Sander, der nach eigenem Bekunden eigentlich französisch gezogene Pferde bevorzugt, hier zugegriffen hat, passt also durchaus ins Bild.

Die eigentliche Schlagzeile aber liefert die Mutter. Wild Motion (v. Motivator), selbst dreifache Siegerin, hat aus sechs Fohlen bereits drei Sieger gebracht – darunter die Diana-Trial-Siegerin Wild Gloria und einen gewissen Western. Der Saxon-Warrior-Hengst gewann vergangenen Sonntag in Köln den Preis des Winterfavoriten mit sechseinhalb Längen und wird seither als Favorit für das Deutsche Derby 2027 gehandelt. Wild Victory ist sein Halbbruder.

Dahinter steht eine der stärksten Röttgener Familien: Wild Motion ist eine Halbschwester zur Park-Hill-Stakes-Siegerin Wild Coco und zur Listensiegerin Weltmacht; ihre Mutter Wild Side brachte neun Sieger. Dritte Mutter ist Wild Romance, Championzweijährige 1993 in Deutschland – aus ihrer Linie stammen Steher-Champion Win For Us, die Co-Championzweijährige White Rose und Derbysieger Palladium.

Im Ring stand ein korrekter, gut entwickelter Jährling mit klarem Stern und ruhigem Kopf. Zugeschlagen wurde er bei 26.000 Euro – ein Preis, bei dem man angesichts der Familie nicht lange überlegen muss. Western hatte vor einem Jahr bei der BBAG-Jährlingsauktion 100.000 Euro gekostet.

Wie es weitergeht

Mai 2015, Paris-Longchamp: Olorda gewinnt als Außenseiterin den Prix Vanteaux (Gruppe 3) über 1.850 Meter – der Tag, an dem die „Wunderstute“ für Peter Sander international zum Begriff wurde. Es war der zweite Sieg innerhalb weniger Wochen nach ihrem Neun-Längen-Erfolg in München.

Wild Victory kommt in den nächsten Tagen nach München, wo wir ihn behutsam anreiten und über den Winter wachsen lassen. Ob und wann er zweijährig läuft, entscheidet das Pferd – wir hören zu, wie damals bei Olorda, als wir uns nach den ersten beiden Starts mehr Zeit erbeten haben. Dass das die richtige Entscheidung war, hat sie uns im Frühjahr darauf in Paris bewiesen. Engagiert ist Wild Victory bereits für die Auktionsrennen der BBAG.

Dass Andi Wyss und Peter Sander nach all den Jahren wieder auf uns setzen, ist für uns mehr als ein Kauf – es ist ein Vertrauensbeweis, und wir wissen, was er bedeutet. Danke dafür. Wir nehmen ihn als Kompliment an die Röttgener Zucht, an Andis Auge und an die Arbeit unseres Teams – und als Auftrag. Jetzt liegt es an uns.

Wir werden hier und auf unseren Kanälen regelmäßig von Wild Victory berichten.

Zum Weiterlesen: Unsere Olorda-Geschichte „Wie wir eine Stute an den Pitbull of Wall Street verkauften“ und der Bericht zu Westerns Winterfavoriten-Sieg auf GaloppOnline.

 
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