Zwei Premieren an einem Nachmittag: Doppelsieg für den Stall Ehrhardt in München

Amazing Luna und Kelani gewinnen am 24. Oktober in Riem – der erste Sieg überhaupt für ihren Besitzer, der erste Sieg für Kelani nach 19 Anläufen, und ein wichtiger Erfolg im Fegentri-WM-Rennen für Nora Cronauer.

Es gibt Renntage, an denen alles zusammenkommt. Der Samstag in München-Riem war so einer – zumindest für den Stall Ehrhardt, für unser Team und für zwei Stuten, die beide lange auf ihren ersten Sieg gewartet haben.

Amazing Luna: ein sicherer Sieg im Championatsfinale

Den Anfang machte um 14:30 Uhr Amazing Luna im Preis vom Schloss Tüssling, einem Ausgleich IV über 1.300 Meter auf gutem bis weichem Boden. Das Rennen war zugleich das Finale des Bayerischen Amateurchampionats – entsprechend groß war die Aufmerksamkeit.

Die Schimmelstute von El Kabeir kam aus Box 8 nicht besonders schnell weg. Thomas Guineheux, ihr französischer Reiter, ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, brachte sie auf der Bahn in Position und ließ sie in der Geraden laufen. Was dann kam, war beeindruckend: Amazing Luna beschleunigte deutlich und gewann mit eineinhalb Längen sicher vor Bocca di Lupo, der mit Kevin Braye im Sattel Dritter … nein, Zweiter wurde – und dem dieser zweite Platz reichte, um sich den Titel im Bayerischen Amateurchampionat zu sichern. Herzlichen Glückwunsch auch dorthin.

Für Thomas Guineheux war es der erste Sieg in Deutschland seit 2018. Für den Stall Ehrhardt war es der erste Sieg überhaupt.

Warum dieser erste Sieg so viel bedeutet

Wer neu in den Rennsport einsteigt, bekommt schnell erklärt, dass Geduld die wichtigste Tugend ist. Pferde brauchen Zeit, Formen schwanken, Böden passen nicht, Rennen fallen anders aus als geplant. Man lernt viel über das Verlieren, bevor man etwas über das Gewinnen lernt.

Der Stall Ehrhardt hat diese Geduld aufgebracht. Das ist nicht selbstverständlich, und wir wissen es sehr zu schätzen. Vertrauen in ein Pferd und in den Trainer über Monate hinweg, in denen es noch keinen Siegerkranz gibt – genau das macht den Unterschied zwischen Besitzern, die bleiben, und solchen, die wieder gehen. Umso schöner, dass der Moment am Samstag gekommen ist. Und umso schöner, dass er nicht alleine kam.

Kelani: überlegen im Fegentri-Rennen

Um 16:00 Uhr folgte der Preis der Carl v. Rohrer-Vermögensverwaltung, ein Ausgleich IV über 1.500 Meter – und kein gewöhnliches Amateurrennen. Es war der letzte deutsche Lauf der Fegentri-Weltmeisterschaft der Amateurrennreiterinnen in diesem Jahr, mit Reiterinnen aus mehreren Nationen am Start.

Kelani ging mit Nora Cronauer in ihr 20. Rennen – und in ihr erstes als Siegerin. Aus Box 4 fand die Stute schnell eine gute Position, und in der Geraden war die Sache früh entschieden. Mit sechseinhalb Längen Vorsprung vor Süper (Lize Ghys-Dieteren) gewann Kelani überlegen, in 1:33,62 Minuten.

Nora Cronauer hat mit diesem Sieg ihre Führung in der WM-Gesamtwertung ausgebaut: fünf Siege und 76 Punkte stehen jetzt zu Buche, neun Punkte vor Lize Ghys-Dieteren, die in München Zweite wurde. Drei Läufe stehen noch aus. Nora selbst bleibt vorsichtig – es könne noch viel passieren. Wir drücken trotzdem sehr fest die Daumen.

Zwei Stuten, zwei Premieren, ein Team

Zwei Starter, zwei Siege. Für Amazing Luna und Kelani, für den Stall Ehrhardt, für Thomas Guineheux und Nora Cronauer, und für alle im Stall, die beide Stuten Tag für Tag reiten, versorgen und vorbereiten. So ein Nachmittag ist das Ergebnis von sehr vielen unspektakulären Vormittagen.

Herzlichen Glückwunsch an den Besitzer Stall Ehrhardt – auf den ersten Sieg folgen hoffentlich noch viele weitere.

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